Wie führt die Führungskraft der Zukunft?

16. November 2018

ilea Mitglied der Initiative zukunftsfähige Führung e. V.

Der gemeinnützige Verein will die Potentiale zukunftsfähiger Führungspraxis sichtbar machen und durch aktiven Austausch unter erfahrenen und jungen Führungskräfte dazu beitragen, dass bewährtes und neues Führungswissen bewusster eingesetzt wird. Gefördert werden Dialog, Denkanstöße, Reflexion und bewussteres persönliches Handeln.

Vorsitzender der Initiative ist Prof. J. Menno Harms, Aufsichtsratsvorsitzender der Hewlett Packard GmbH. Er beschreibt die Ziele der Initiative so: „Wir wollen einen Beitrag zur Glaubwürdigkeit und Qualität von Führung in Deutschland leisten und erfahrene wie junge Führungskräfte durch Erfahrungsaustausch nachhaltig unterstützen.“ Gründungsmitglieder sind Führungspersönlichkeiten u.a. der Unternehmen Robert Bosch, HP Deutschland, IBM Deutschland, LGI Logistics Group International, Mercer Deutschland, der Führungsakademie Baden-Württemberg und der Steinbeis Hochschule Berlin.

Zukunftsfähige Führung – was ist das?

Der Verein erklärt das u. a. so: Zukunftsfähige Führung ermöglicht die erfolgreiche Entwicklung einer Organisation unter sich verändernden Rahmenbedingungen. Sie fördert das Engagement der Mitarbeitenden und Teams, schafft eine vertrauensvolle Umgebung und bietet Raum für Vielfalt, Kreativität und Erneuerung. Zukunftsfähige Führung orientiert sich am Menschen, führt glaubwürdig und arbeitet auf einen nachhaltigen Ausgleich unterschiedlicher Interessen hin. Schließlich lebt sie akzeptierte Werte vor, vermittelt Sinn, übernimmt Verantwortung und legt Rechenschaft ab.

Impulse aus der IZF-Veranstaltung „Profite mit Prinzipien“

Am 9. Oktober erlebe ich als Teilnehmer, neben Menno Harms sitzend, wie Herr Dr. Gohl, Koordinator für Lehre am Weltethos-Institut Tübingen, Herrn Thorsten Klapproth interviewt, den scheidenden CEO der Hansgrohe SE. Während dessen Amtszeit ist Hansgrohe signifikant gewachsen und hat 2016 erstmalig die Marke von 1 Milliarde Euro Umsatz überschritten. Klapproth steuerte erfolgreich den Übergang des Unternehmens zu einer prozessgesteuerten Organisation. Im Rahmen der von ihm initiierten Wachstumsstrategie bereitete Klapproth die Firma auf die Herausforderungen der Digitalisierung vor und stärkte zugleich die globale Wettbewerbsfähigkeit und die Gesamtprofitabilität. Mit der Gründung des Hansgrohe Campus, der inhouse-Universität, legte Klapproth zudem den Grundstein, die Talentbasis des Unternehmens zu stärken und weiterzuentwickeln.

Im Interview erlebe ich Herrn Klapproth als authentische, glaubwürdige Führungskraft. Mit seinen Aussagen kann ich eine Menge anfangen. Er meint etwa, „Austausch auf Augenhöhe macht stark, selbstbewusst“ und belegt das damit, dass er beim Antritt ca. 170 Interviews mit Beschäftigten auf allen Ebenen und an allen Standorten geführt hatte, um sich ein rundes Bild vom Unternehmen zu verschaffen. Markig sein Motto „Hoch steht auf tief.“, womit er ausdrücken will, dass eine Führungskraft ohne innere Wurzeln sich nicht nach oben entwickeln kann. Seine Beobachtung, dass schlechte Führungskräfte den Druck, den sie von oben bekommen, 1:1 an ihre Leute weitergäben, teile ich. Weiterhin stellt er die These auf, dass man die Führungskraft von morgen zukünftig immer weniger für das Fällen von Entscheidungen braucht, sondern dafür, „den Laden zu moderieren“. Schließlich erläutert er, wie er zuvor als CEO von WMF in einem mich beeindruckenden Beteiligungsprozess der gesamten Belegschaft die vier Unternehmenswerte Vertrauen, Mut, Leidenschaft und Miteinander etabliert hat.

Für mich führt Klapproth zukunftsfähig und gibt damit Beispiel. Und die IZF? Bestätigt die Ausrichtung von ilea. Menno Harms sprach an dem Abend mehrfach von Resonanz. Als ich ihn danach fragte, aus welchem Kontext er das Wort entlehnt, meinte er, er sei Nachrichtentechniker. Darauf empfahl ich ihm das Buch Resonanz des Soziologen Hartmut Rosa.

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